Chloraustritt in Füssen - Bad Faulenbach
Am 26. Juni wurde der ILS-Allgäu gegen 08:00 Uhr ein "starker Geruch nach Chlor" in einem Hotel in Bad Faulenbach (Füssen) gemeldet. Die erste Lagemeldung der Feuerwehr Füssen bestätigte die Mitteilung. Nachdem trotz Bergung mehrerer Gebinde mit Chlor und Lüftung des Hotels immer noch starker Chlorgeruch vorhanden war, forderte die Einsatzleitung gegen 09:15 Uhr den nächstgelegenen Gerätewagen Gefahrgut (Feuerwehr Kempten) an. Um 10:00 Uhr war dieser mit diversen Begleitfahrzeugen (insgesamt 9 Fahrzeuge der FF Kempten) in Füssen im Einsatz. Um 11:30 Uhr wurde zusätzlich der Gerätewagen Gefahrgut aus Kaufbeuren angefordert - Eintreffen von diesem inkl. dreier Begleitfahrzeuge gegen 12:20 Uhr.
Die Quelle des Chloraustritts konnte bis dato nicht ermittelt werden. Nach Rücksprache mit Experten des Transport-Unfall-Informations-System (TUIS), entschloss sich die Einsatzleitung ab 14:30 Uhr eine größere Entlüftung des Hotelkomplexes zu starten. Da eine Geruchsbelästigung der Bevölkerung nicht ausgeschlossen wurde, informierte die Polizei die Bürger des Ortsteils über Lautsprecherdurchsagen und eine entsprechende Mitteilung im Radio. Die Nachbarleitstellen in Österreich wurden zeitgleich durch die ILS Allgäu informiert.
Rettungsdienstlich war der Einsatz von Anfang an durch einen Rettungswagen abgesichert. Die Sanitätseinsatzleitung Ostallgäu Süd wurde alarmiert, als durch die Lüftungsmaßnahmen eine Beeinträchtigung der Bevölkerung nicht ausgeschlossen werden konnte.
Gegen 14:20 Uhr forderte die Feuerwehreinsatzleitung die Analytische-Task-Force (ATF) der Berufsfeuerwehr München über die ILS Allgäu an, da immer noch keine Quelle des Chloraustritts ermittelt werden konnte. Diese wurde dann aber kurz vor 17:00 Uhr auf Anfahrt abbestellt, da die wahrscheinliche Ursache des Chloraustritts in Form einer undichten Druckgasflasche gefunden wurde. Die Abdichtung des Druckgasbehälters durch die vor Ort befindlichen Einsatzkräfte war, auf Grund des altersbedingten schlechten Zustands der Flasche, nicht möglich. Zur Bergung wurde eine Fachfirma aus Gersthofen bei Augsburg angefordert. Diese ließ den Behälter durch die Werkfeuerwehr IGS Gersthofen in einem Spezialtransportbehälter abholen.
Von den Kräften des Rettungs-und Sanitätsdienstes wurden ab ca. 17:00 Uhr 100 Einsatzkräfte verpflegt und weiters im Haus der Gebirgsjäger 250 anreisende Gäste betreut, die dann nach Einsatzende weiter in ihre Hotels in Bad Faulenbach gelangen konnten.
Insgesamt waren an diesem über 12 Stunden dauernden Einsatz 22 Fahrzeuge der Feuerwehr mit 80 Einsatzkräften, 13 Fahrzeuge des Rettungs- und Sanitätsdienstes mit 40 Einsatzkräften, die Polizei, Mitarbeiter des Landratsamtes und der Stadt Füssen beteiligt. In der ILS begleiteten bis zu 3 Mitarbeiter zeitgleich das Geschehen, mit Alarmierungen, Lagemeldungen, Gefahrstoffrecherchen, Verständigungen usw.
26.06.2011 | Walter Güthler | Schichtführer ILS Allgäu






